Alle wichtigen Begriffe rund um zeitgemäßes Sprachenlernen
ABC Sprachlexikon
Learning Analytics
Das Erheben, Aggregieren, Analysieren und Auswerten von Daten über Lernende und ihren Lernkontext. Dazu gehören Lernkontrollen und Tests zum aktuellen Lernstand. Die Interaktion der Lernenden mit den Lernmaterialien wird überprüft und angepasst. Im Digitalen übernehmen Algorithmen die Auswertung.
+ Man gewinnt Einblicke in die Fähigkeiten und das Lernverhalten.
+ Die Erkenntnisse können zur Verbesserung der Lehr-Lernprozesse und des Lehr-Lernerfolgs herangezogen werden.
LearningApps (Tool)
LearningApps ist eine webbasierte Anwendung, auf der verschiedene Lernquiz erstellt und geteilt werden können. Es gibt zu allen möglichen Themengebieten, so auch einigen Sprachen, fertige Quiz, die zum Selbstlernen verwendet werden können. Als Sprachtrainer:in kann man hier eigene Quiz erstellen. Dafür kann bspw. ein Zahlenstrahl, Multiple Choice Fragen, Lückentexte, Zuordnungsaufgaben und vieles mehr verwendet werden.
+ Spielerisches Lernen (→ siehe Gamification).
+ Wirkt auflockernd und motivierend.
+ Kann sowohl im Onlineformat als auch in der Präsenzlehre, sowie synchron und asynchron verwendet werden.
- Qualität der vorgefertigten Quiz nicht überprüft.
Lebenslanges Lernen
Unser Gehirn braucht ein regelmäßiges Training, um fit zu bleiben. Lernen wir ein Leben lang, bietet das unserer mentalen Gesundheit Vorteile und kann uns in unserem Beruf und unserer Persönlichkeit weiterbringen.
+ Sowohl die Unternehmen als auch die Mitarbeiter:innen profitieren vom lebenslangen Lernen in Form von Zusatzqualifikationen, Weiterbildungen, etc.
- Lernbereitschaft der Mitarbeitenden muss vorhanden sein.
Lernende
Lernende von heute möchten Lernangebote, die mobil, nach Bedarf verfügbar, personalisiert, kooperativ und zielgerichtet sind und es dem oder der Lernenden ermöglicht eigene Entscheidungen zu treffen und dem eigenen Lerntempo entsprechend Inhalte zu verarbeiten (→ siehe Lernerautomonie). Lernende brauchen zusätzliches Material wie Videos, Artikel, Podcasts, Apps etc.
Lernerautonomie
Lernende sollen selbst über Ziele, Inhalte, Methoden, Evaluationsformen sowie das zeitliche und räumliche Umfeld bestimmen. Durch E-Learning (→ siehe E-Learning) und asynchrone Formate (→ Asynchrones Lernen) wird diese Selbstbestimmung im Lernen erleichtert. Sprachtrainer:innen werden mehr zur unterstützenden Funktion, indem sie autonomiefördernde Unterrichtsmaßnahmen einleiten wie z.B. Lernstrategien zu vermitteln (→ siehe Lernstrategien).
+ Jede:r Lernende kann auf die Art und Weise, mit dem zeitlichen Umfang und den Methoden lernen, die für ihn/sie am besten sind und sich in den Alltag integrieren lassen.
+ Durch Autonomie wird die intrinsische Motivation gefördert. Eine grundlegende intrinsische Motivation zum Lernen muss allerdings von vorn herein vorhanden sein.
- Ein Grundwissen an Lernstrategien und weiteren lernrelevanten Faktoren sollte vorhanden sein.
Lerngemeinschaften
Die Vernetzung in einer Lerngemeinschaft ist dafür da gemeinsam Aufgaben zu bearbeiten oder an einem gemeinsamen Lernziel zu arbeiten. Ziel ist es, einen größeren Wissensumfang zu erreichen und voneinander lernen zu können. Wichtig dabei ist eine freiwillige Teilnahme, die zu einer größeren Motivation in der Gruppe führt und damit zu neuem Wissensaufbau. Lerngemeinschaften können sowohl virtuell, als auch in Person zusammen lernen.
+ Möglichkeit zur Kommunikation, zum Austausch und zum gegenseitigen Unterstützen.
+ Motivationsfördernd.
- Ohne die Motivation zur aktiven Beteiligung, sinkt das Lernpotenzial.
- Effektivität der Lerngemeinschaft ist abhängig von den Persönlichkeiten und dem Leistungsstand der Lernenden.
Lernkultur
Die Lernkultur sind die Rahmenbedingungen in denen Lehr-, Lern- und Arbeitsprozesse stattfinden. Für eine gute Lernkultur spielt das Setting, der Umgang miteinander sowie Kooperations- und Kommunikationsebenen eine wichtige Rolle. Mit den sich durch den technischen oder demografischen Wandel kontinuierlich ändernden Arbeitsbedingungen, wächst die Bedeutung einer guten Lernkultur in Unternehmen und Organisationen.
+ Ein Unternehmen ist wettbewerbsfähiger, wenn es eine gute Lernkultur hat.
+ Eine gute Lernkultur sorgt für motivierte und besser ausgebildete Mitarbeitende.
Lernnuggets
Lernnuggets sind kleine Lerneinheiten, die aus verschiedenen Materialien (Videos, Audio- Textdateien, Bilder, Grafiken, Lernquiz etc.) erstellt werden können. Sie können in Blended-Learning-Formate oder asynchrones Lernen eingebaut werden. Learningsnacks oder LearningApps sind Internetseiten, auf denen Lernnuggets zur Verfügung gestellt werden und erstellt werden können.
+ Zeit- und Ortsungebunden.
+ Kompaktes Wissen.
+ Bessere Lerneffekte durch kurzen Input.
- Muss gut in den Lernkontext eingebettet sein.
Lernpfad
Durch Lernpfade soll das Lernen strukturiert werden und eine Übersicht der Lernschritte erfolgen. Nach dem aktuellen Stand der Lehr- und Lernforschung ist die Strukturierung sehr wichtig für ein erfolgreiches Lernen. Auf Websites wie Lernpfad.ch kann dieser Lernpfad online erstellt werden und direkt mit Links zu verschiedenen Aufgaben verknüpft werden.
+ Strukturierung der Lerninhalte.
+ Differenzierungsmöglichkeiten in den Lernpfad integrierbar.
Lernplattform / Lernmanagementsystem / Digitale Lernumgebungen
Lernplattformen (auch bezeichnet als Lernmanagementsystem (LMS) oder Digitale Lernumgebungen) sind Plattformen, die Lernmaterialien digital bereitstellen und Lernvorgänge organisieren. Häufig genutzte Plattformen sind beispielsweise. Moodle oder ilias. Dort können verschiedene Kurse erstellt werden. Innerhalb dieser sind jeweils unterschiedliche Funktionen möglich, wie zum Beispiel die Bereitstellung von und Teilnahme an Online-Prüfungen, der Up- und Download von Lehrmaterialien, das Abgeben von Aufgaben, das Einteilen von Gruppen und die Bereitstellung eines virtuellen Klassenraums.
+ Ermöglichung der Kommunikation zwischen allen Lehr- und Lernbeteiligten.
+ Flexible Gestaltung der Aufgaben für mehr Individualisierung. Dazu kommt, dass jede Person in der eigenen Geschwindigkeit und mit der Methodik arbeiten kann, wie es für sie gerade gut ist.
+ Lernplattformen sind ein guter Sammelort der relevanten Materialien und bieten eine gute Übersicht der Lerninhalte. So wissen die Lernenden immer was in der kommenden Zeit ansteht.
- Selbstdisziplin der Lernenden ist gefordert, um die Aufgaben in den Online-Lernumgebungen zu absolvieren.
- Meist einige Einarbeitungszeit notwendig, um die Funktionen der LMS zu verstehen.
Lernsoftware
Lernsoftwares oder Sprachlernprogramme können gekauft werden, um damit flexibel von zuhause lernen zu können. Sie bieten Lektionen, die einen in eine Sprache hineinführen und einen bis zu einem bestimmten Niveau führen.
+ Flexibles Lernen jederzeit und von überall.
+ Können meist offline verwendet werden.
- Unterstützung von Tutor:innen fehlt meistens.
Lernstandserhebung / Lernfortschrittskontrollen
Test, um den aktuellen Wissensstand abzufragen. Dieser kann entweder zu Beginn eines Lernprozesses durchgeführt werden, um den aktuellen Wissensstand abzufragen oder während des Lernprozesses, um den Lernfortschritt zu überprüfen (Lernfortschrittskontrolle). Bei jedem neu begonnenen Thema kann ein Test eingesetzt werden, um das Vorwissen abzufragen. Dieser kann genutzt werden, um individualisierter lernen zu können. Während des Lernprozesses können Lernfortschrittskontrollen überprüfen, ob Lernziele erreicht wurden, oder Lehr- und Lernmethoden angepasst werden müssen. Diese Lernstandserhebungen können klassische Tests oder Prüfungen sein oder spielerisch gestaltet werden in Form von Quiz oder Rätseln. Gerade digitale Medien vereinfachen eine spielerische Form der Lernstandskontrollen.
+ Die Lernenden und Sprachtrainer:innen wissen auf welchem Stand die Lernenden stehen, wo Nachholbedarf ist und welche Dinge gut gelingen. Die Lernmaterialien können somit auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen angepasst werden.
+ Weniger Unter- und Überforderung, was zu mehr Motivation führt.
+ Der Testeffekt sorgt dafür, dass auch durch die Lernfortschrittskontrollen weiter gelernt wird.
+ Im asynchronen Format sehr sinnvoll, in synchronen Lehreinheiten schwieriger einzusetzen.
Lernstopps
Bei längeren Erklärphasen können Lernstopps eingebaut werden. Das heißt, dass eine kurze Unterbrechung der Erklärung erfolgt und Lernende kurze Aufgaben oder Übungen zum bisher Gehörten machen. Aufgaben können bspw. sein: eine Mindmap zu erstellen, Fragen zu formulieren oder zu beantworten oder sich Vor- und Nachteile zu überlegen. In der Online-Lehre können Lernstopps direkt in Erklärvideos integriert werden. Allgemein sollte allerdings versucht werden von langen Erklärphasen wegzukommen und die Lernenden sich die Sachen selbst erarbeiten zu lassen.
+ Steigert die Aufnahmekapazität.
+ Die Lernenden setzen sich aktiv mit dem Material auseinander.
Lernstrategien
Lernstrategien sind Strategien, die unseren Lernprozess unterstützen. Es wird in drei verschiedene Arten von Strategien unterschieden.
• Kognitive Strategien: Wiederholungsstrategien, Strategien für eine tiefere Verankerung (Verknüpfung mit Alltagsbeispielen, persönlichen Erlebnissen, Verbildlichung), Organisationsstrategien (Mindmaps, Skizzen oder Diagramme anfertigen)
• Metakognitive Strategien: Planung des Lernens, Überwachung des Lernprozesses und Anpassung der Lerntechniken bei aufkommenden Schwierigkeiten
• Ressourcenorientierte Strategien: Zeitmanagement, Konzentrationsfähigkeit, Anstrengung, geeignete Lernumgebung mit wenig Ablenkungsfaktoren schaffen, hinzuziehen zusätzlicher Literatur/Medien, Nutzung von Arbeitsgruppen, Foren, etc.
Lerntypen
Lerntypen sind ein weit verbreitetes Konzept. Im Sprachenlernen wird häufig von folgenden vier Lerntypen ausgegangen.
• Der auditive Lerntyp: Lernen durch Vorträge, Songs, Podcasts o.Ä. Der Auditive Lerntyp muss den Lerninhalt hören, um es sich besonders gut merken zu können.
• Der visuelle Lerntyp: Der visuelle Lerntyp braucht eine bildliche Vorstellung von den Lerninhalten. Grafiken, Bilder, Videos oder eine eigene bildliche Vorstellung des Lernmaterials ist für ihn wichtig.
• Der kommunikative Lerntyp: Lernen durch Kommunikation mit anderen. Der kommunikative Lerntyp lernt am besten bei Diskussionen über das Lernmaterial.
• Der haptische Lerntyp: „Learning by doing“. Der haptische Lerntyp lernt durch seine Handlungen bzw. durch Bewegung beim Lernen.
Wissenschaftlich betrachtet, kann allerdings nicht bestätigt werden, dass tatsächlich einige Menschen im Vergleich zu anderen mit einer Methode besser lernen als mit einer anderen. Tatsächlich profitieren Lernende eher von einer Mischung von Ansätzen.
+ Es kann motivationssteigernd sein, sich Gedanken zu machen auf welche Art und Weise man gerne lernt.
- Das Konzept der Lerntypen lädt dazu ein, sich auf einer Art des Lernens auszuruhen. Ein einseitiges Lernen ist allerdings selten sinnvoll.
Lernumgebungen
Unter Lernumgebung werden die äußeren Lernbedingungen zusammengefasst. Dazu gehören die Lernsituation, Lernmaterialien sowie -aufgaben. Beim modernen (Fremdsprachen-) Lernen wird häufig von Online-Lernumgebungen gesprochen (→ siehe Lernplattformen/ Lernmanagementsystem).
Lernziele
Zielsetzungen beim Lernen fördert die Motivation und dient der Orientierung der Lehrperson sowie der Lernenden. Eine Methode ist, die Ziele nach dem SMART-Prinzip zu setzen:
• S – Spezifisch: Was genau soll gelernt/erreicht werden?
• M – Messbar: Das Ziel sollte anhand von objektiven Kriterien überprüfbar sein.
• A – Attraktiv: Bewusst machen, warum dieses Ziel gesetzt wird.
• R – Realistisch: Das Ziel muss erreichbar sein, damit keine Überforderung entsteht.
• T – Terminiert: Setze dir Fristen bis wann das Ziel erreicht werden soll.
+ Lernziele setzen steigert die Motivation und den Lernerfolg.
- Ziele müssen richtig gesetzt werden um zum Lernerfolg beizutragen. Das Bedarf an Übung.
Live-Sessions
Live-Sessions können sowohl online, als auch in Präsenz ablaufen. Entweder man trifft sich online, über einen virtuellen Klassenraum ( → virtueller Klassenraum) oder in einem Unterrichtsraum in Präsenz. Die Live-Sitzung ist die wertvollste Zeit, die optimal genutzt werden sollte, um Gelerntes anzuwenden, sich auszutauschen und Inhalte zu vertiefen.
+ Direkter Austausch ermöglicht Diskussionen, Besprechung von Fragen und Übungszeit.
+ Geeignet für Menschen, die Schwierigkeiten haben sich selbst zu motivieren.
- Das Lernen in den Live-Sessions ist an eine Uhrzeit gebunden, wodurch es Flexibilität nimmt.
→ siehe auch digitale Live-Session
